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Kurbelwelle | Blogs | Wintergerste Fortsetzung


Artikel Wintergerste Fortsetzung

Beobachtungen um Frühling

Das Getreide kam auf allen Parzellen erstaunlich gut über den Winter. Es waren keine Erfrierungen oder Pflanzenschäden zu erkennen.
Nach der ersten Stickstoffgabe (N-Gabe) im Getreide merkte man aber deutlich die Unterschiede auf den einzelnen Parzellen. Auf der Parzelle Matte war der Bestand jetzt schon extrem grün, was auf eine Stickstoffüberdüngung hinwies. Auf den übrigen Parzellen war es dasselbe Bild. Es bildeten sich dünne Streifen, bei denen doppelt gestreut, beziehungsweise überstreut wurde und auf der anderen Seite war das Getreide heller. Der Grund für dieses Bild war, dass wir die Umstellung mit dem Düngerstreuer von 15 Meter auf 24 Meter wagten, um die gleichen Fahrgassen mit der Spritze zu nützen. Doch bei 24 Meter Arbeitsbreite machte der Wind einiges aus! Somit ist vorallem das Flugverhalten bei feinem oder geprilltem Dünger ganz anders.
Bei der zweiten N-Gabe war es für mich schwierig die Fahrgassen zu finden, da das Getreide in den Fahrgassen wieder aufgestanden war. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass wir ohne Fahrgassenschaltung säen, da der Verlust mit unserem John Deere 6320 und 270er Bereifung im Bestand genau 2 Reihen ausmacht. An diesem Tag wollte auch der GPS-Empfänger nicht so wie ich es wollte und so war ich gezwungen die Reihen zu zählen, was bei 24 Meter Arbeitsbreite nicht gerade einfach war.
Nach der zweiten N-Gabe sah man die überdüngten Streifen nun deutlich!

Sommer: Die Ernte steht an!

Bedingt durch das wechselhafte Wetter dieses Jahres war es schwierig einen Termin für die Ernte der Gerste zu finden. Da am 8. Juni mein Chef in die Ferien fuhr, war das Dreschen der Gerste meine Aufgabe. Am 10. Juni war es dann so weit und ich begann um 10.00 Uhr mit dem Dreschen bei einem anderen Landwirt. Parallel zu mir dreschte ein Lohnunternehmer die abgelegenste Parzelle, die wir bewirtschafteten. Um 12.00 bekam ich ein Telefon, dass der Lohndrescher zu wenig Platz für das Getreide in den bereitgestellten Anhängern hat. Da ich selber aber aufgrund des Wetters bis am Abend alle unsere Gerstenfelder gedroschen haben musste, hatte ich eigentlich keine Zeit einen zusätzlichen Wagen zu stellen. Ich telefonierte mit anderen Landwirten aus Bannwil, ob irgendeiner den Anhänger für mich stellen könnte, doch alle waren selber mit der Ernte beschäftigt. Somit war ich gezwungen den Mähdrescher abzustellen und den Anhänger selber auf die Parzelle zu stellen. Auf der Parzelle Wynau angekommen, nahm ich gerade die zwei vollen 12-Tönner nach Hause. Als ich um 12.30 Uhr den Drescher wieder starten wollte, sprang der Motor nicht mehr an. Ich telefonierte sofort Gerber & Reinmann, John Deere Vertretung in Schwarzhäusern. Um 13.00 Uhr traf ein Mechaniker auf dem Feld ein. Schnell stellte dieser fest, dass sich durch die Hitze im Motorraum und das anschliessende Abstellen der Maschine die Einspritzpumpe zusetzte. Nach einigen Minuten war der Drescher aber wieder startklar und das Dreschen ging weiter!

Meine Aussicht aus dem Drescher


Im Laufe des Nachmittags wurde es von Westen her immer düsterer und so kam es, dass ein Landwirt aus Bannwil mit den Kippern und Schlepper auf der Parzelle erschien und wir begannen fliegend abzutanken. Dies war auf der einen Parzelle von gerade mal 40 Aaren sehr interessant, da fast kein Platz vorhanden war, um mit dem Drescher und dem Abfahrgespann zu rangieren.
Doch genau durch das fliegende Abtanken brachten wir die Gerste kurz vor dem grossen Regenschauer ins Trockene!
Zwei Tage später brachte ich die Getreideproben nach Herzogenbuchsee in die Landi, um die Feuchtigkeit und das Hektoliter Gewicht zu bestimmen. Der Durchschnitt lag bei 12% Feuchtigkeit und 63 kg/hl, was für uns zu trocken war. Da wir die Gerste als Futter für die Schweine benötigen, ist die Feuchtigkeit zwischen 16-18% optimal.
Durch den immer wieder anhaltenden Regen, war es uns nicht möglich, das Stroh vor dem 17. Juni zu kreiseln, zu schwaden und am Abend zu pressen. Das Pressen übernahm das Lohnunternehmen Bühler aus Wynau. Das Stroh wurde mit Milchsäurebakterien versehen und geschnitten gepresst. Am Mittwoch dem 18. Juni bargen wir das Stroh in Wynau. Auf dieser Parzelle gab es 25 Rundballen, die wir auf unsere LKW-Anhänger luden und nach Hause brachten.

John Deere 6610 mit Ballenhubgerüst

unsere Stroharmada im Einsatz: 60 Quaderballen auf einen Schlag!

Fazit

Bedingt durch das durchzogene Wetter dieses Sommers war es nicht einfach die Gerste zu räumen. Zudem war es für mich eine wahre Meisterleistung meines koordinatorischen Leistungsvermögens die Ernte zu planen. Hinzu kam noch, dass diverse Landwirte aus der Region nach unseren Kippern für die Ernte fragten. Somit wurde ich durch mehrere Faktoren gefordert. Auch bereitete mir am Tag der Ernte die aufziehenden Wolken Sorgen. Doch als ein Landwirt dann plötzlich auf unserem Feld mit dem Kipper auftauchte und wir begannen fliegend ab zutanken, ging die Ernte ohne Boxenstopp weiter! Durch diese aussergewöhnliche Aktion in unseren Breitengraden gelang es uns die gesamte Gerste bis 10 Minuten vor Regenbeginn ins Trockene zu fahren.
Statistik
Veröffentlicht am:
03.02.2013

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