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kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089
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kälbchen | Blogs | Wildschweinschaden und deren Beseitigung


Artikel - Blogartikel Beseitigung von Wildschweinschäden




Hallo liebe Aie User .

Zurzeit absolviere ich an der Staatschule für Gartenbau und Landwirtschaft Hohenheim meine Ausbildung zum Techniker im Landschaftsbau. Im Zuge meiner Ausbildung und bedingt dadurch dass die Beseitigung dieser Schäden ein Betätigungsfeld meines Betriebes darstellt, durfte ich eine Präsentation zum Thema Wildschweinschäden und deren Beseitigung erstellen.
Da dieses Thema aber gerade für Landwirte und Kommunen auch ein sehr wichtiges Thema darstellt, fand ich es einfach zu schade meine Präsentation einfach in irgend einer Schublade verstauben zu lassen und habe mich deshalb Entschlossen soweit es Technisch möglich ist, diese Präsentation hier auf Aie als Blogartikel Hochzuladen .

Ja zunächst einmal das Thema der Präsentation :

Beseitigung von Wildschweinschäden

- Gründe der Rasen und Grünlandschädigung
- Bekämpfungsmöglichkeiten
- Kosten sowie Vor und Nachteile der Systeme
- Lösungsansatz des Betriebes Landau


Unser Betrieb hat dieses Jahr über 15 Hektar Schäden für Landwirte, Forstwirte und Kommunen bearbeiten dürfen


Gründe für die Schädigung von Wiesen und Parkanlagen :

- Landraub durch Bauprojekte ( Stichwort Industriegebiete , Wohngebiete)
- Verlust der Scheu der Schweine vor menschlichen Einfriedungen
- Verändertes Nahrungs- und Deckungsangebot in der Natur der Schweine
( Stichwort Energie und Futtermais, Eichelmast )
- Vermehrter Stress der Tiere
- Erschwerte Futtersuche
- Mangelnde Winterhärte

Anzumerken ist in diesen Zusammenhang noch, das dass Wildschwein ein Allesfresser wie wir Menschen ist.

Folgen für die Landwirtschaft und Bevölkerung :

- Zerstörung von Parkanlagen, Naherholungsgebiete und landwirtschaftlicher Nutzfläche
- Verlust von Lebensqualität für die Bevölkerung ( Zerwühlte Liegenwiesen )
- Verlust von Futterqualität für die Landwirtschaft ( Rohasche )
- Erhöhte Kosten , für die Grünpflege, Futterbergung ( Messerverschleiß, Maschinenbruch )





Verfahren der Wildschweinschadensbekämpfung im Überblick

Manuelle Beseitigung : Flächenleistung circa 50m² pro Stunde
Rasenschleppe : Flächenleistung circa 1 ha pro Stunde bei einer Überfahrt ( 4,6 notwendig .
Wiesenschleppe: Flächenleistung Circa 3 ha pro Stunde bei einer Überfahr ( mehrer nötig )
Schleppnetze : siehe wie oben .
Wiesenstriegel mit Planierbalken: circa 3 ha pro Stunde bei einer Überfahrt ( circa 2 bis 3 Notwendig ) .
Kreiseleggen Drillkombi : .Flächenleistung mit Drillen circa 1,5 ha pro Stunde mit planieren Walzen und säen in einer Überfahrt .

Anmerkung zur Tabelle : Da hier nicht nur die Bekämpfungsmethoden der Landwirtschaft mit einfließen , ergibt sich auch warum Maschinen wie die Rasenschleppe mit in die Tabelle eingeflossen sind .



Die Kosten der Verfahren im Überblick nach den Verrechnungssätzen des MblV

Manuelle Beseitigung : 200 Ak Stunden , 4000¤ pro ha
Schleppen, Striegeln : 4 bis 6 Überfahrten ,pro Überfahrt 16¤ plus Drillkosten , Walzkosten .
Kreiseleggen Drillkombi : 1 Überfahrt , 74 ¤ je ha

Wie eindeutig zu erkennen ist, ist die Kreiseleggen- Drillkombination das effizienteste Verfahren im vergleich.



Lösung des Betriebes Landau , Wallerstädten .
Kreiseleggen Drillkombination

- 3 Meter Arbeitsbreite bei 1,2 bis 1,6 Tonnen Eigengewicht
- Zahnpackerwalze mit 10 cm Spikelänge zur Bodenbelüftung
- Aussaat mit Kleinsamenstreuer oder Mechanische Drillmaschine
- Aussaatmethode je nach Kundenwunsch



Einsatz auf der Ludwigsaue bei Trebur .

Aufbrüche bis in über 20 Zentimeter Bodentiefe stellen eine große Unfallgefahr
Für Mensch, Tier und Maschine dar. Hier ist keine Grünpflege oder Futterbergung
Möglich:


Anmerkung: Kaum zu glauben wie tief diese Tiere mit ihrer Nase die Erde verwüsten können. Gerade in Parkanlagen drohen hier schwere Unfallgefahren für Anwohner und Besucher der Anlagen.
Hier ist unverzügliches Handeln gefragt um Personenschäden zu verhindern.



Die Arbeitsweise der Maschine
1. Planieren : 10 Kreisel mit insgesamt 20 Zinken rotieren mit 330 Umin entgegen gesetzt und auf Schlepp. Die Messer der Kreiselegge sind wie Brotmesser geformt .
2. Andrücken und Belüftung des Bodens mit der Zahnpackerwalze
3. Aussaat mit der vom Kunden gewünschten Technik mit Aussaatstärken von 1,5 bis 150 Kg Graß je Hektar beim Einsatz der Amazone D8 Drillmaschine.



Besonderheit Zinken

- Howard Mulchsaatzinken auf
Schlepp beschädigen die Graßnarbe
weniger Stark als Zinken auf Griff
- Die Messerformung zerschneidet
die Graßnarbe am besten ohne sie Total zu zerstören.




Das Ergebnis :

Die Grassnarbe wird in einen
Arbeitsgang auf bis zu 3 cm Höhen
Abweichung planiert ,angewalzt und
gesäät . Begeh und Bearbeitbarkeit
der Fläche ist nun wieder gegeben



Die Arbeitweise von Oben betrachtet .

Planieren , Anwalzen , Belüften aussäen .

Nun kommen wir noch zum Thema :

Aufmass , Abrechnung .

- Flächenaufmass per GPS
- Digitale Arbeitzeit und Dieselmengen Erfassung
- Mögliche Aussaatmengen von
3 Kilogramm bis zu 200 Kilogramm je
Hektar ( 0,30 Gramm bis 20 Gramm je m²) mit dem Apv Kleinsamestreuer
Vielen Dank liebe Aie User für die Aufmerksamkeit ich hoffe es hat euch gefallen. Wäre nett ein Feedback von euch zu bekommen.

Erreichen können sie uns :

Landwirtschaftsbetrieb
Christoph und Günter Landau
Hintergasse 4
Mobil : 0151 24284153
Email :
C.Landau@uni-hohenheim.de
Blogs :
www.agrartechnik-im-einsatz.de
Statistik
Veröffentlicht am:
10.11.2012

Aufrufe:
18.806
Gefällt-mir-Angaben:
12

Kommentare:
9

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16.02.2013 09:37
KE-Agrarvideo
Klaus
Heinrichsthal
10.08.2012 - #16382

3.908
77
1
Ein schöner deatilierter Bericht!

Wir kennen das Problem mit den Wildschäden, da bei uns ja reichlich Wald vorhanden ist!
Mich wunderts das sich bei uns noch keine Landwirte und Lohnunternehmer auf die Beseitigung spezialisiert haben!

16.02.2013 17:13
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ KE -Agrarvideo

Vielen Dank . Ja hier in Hessen helfen sich halt viele Betriebe mehr oder weniger gut mit ihrer eigenen Technik aus - Sprich Wiesenschleppe, Striegel Etc.
Mitlerweile ,so konnte ich durch meine Veröffentlichung hier erfahren , mehrere aktive Wildschweinbüffel einer davon in der Nähe von Idstein .
Diese Maschine wurde von einer Jagtpachtgenossenschaft angeschafft und läuft zur äußersten Zufriedenheit aller Beteiligten .
Wobei leider der Großteil der Jagpächter nicht dazu bereit sind sich an solch einer Maschine oder generell an der Beseitigung der Wildschweinschäden interessiert sind . Deshalb werden sich wohl kaum Lohnunternehmen oder Landwirte auf solch eine Arbeit spezialisieren . Leider .
Der Kollege aus Idstein der mich auf die Maschine aufmerksam gemacht hat ist im übrigen nicht von der Methodik per Kreiselegge überzeugt aber ich kann keinen Entscheidenden Nachteil zum aktiven WS Büffel erkennen und da diese Spezialmaschine circa 7500¤ Kosten sollte , denke ich dass mann eine vergleichbar teure Kreiselegge weitaus multifunktionaler einsetzen kann .

Aber wie gesagt und geschrieben dass sind meine Meinungen und Eindrücke aus dem schönen Hessischen Ried , dass ja sowieso eher eine Gemüse und Ackerbau Region ist und da lohn es eben nicht für 7500¤ plus X sich solch eine Spezialmaschine hinzustellen .
Gerne binn ich offen bei diesem Thema für Beiträge, Anmerkungen , Kritik und andere Lösungsansätze von anderen betroffenen Berufskollegen .

Also schreibt eure Meinungen und Eindrücke .

Lg C.Landau

19.06.2013 18:57
_Daniel
Daniel
Hille
21.12.2008 - #5322

1.087
Wirklich sehr Interessant. Man merkt das sich da jemand Gedanken bei gemacht hat.



17.01.2014 17:27
Stefan_S
Stefan
Mainleus
18.05.2008 - #4270

665
Keine Ahnung warum ich den Blog jetzt erst lese...

Auf jeden fall sehr interessant ausgeführt.

In unserer Region stellen die Wildschweine auch immer größere Probleme dar!
Ist hier inzwischen nicht mehr selten, dass Flächen > 1/4 der gesamten Grünlandfläche eines Betriebes nach dem Winter aussehen wie nach dem Krieg. Auf meinem ehemaligen Lehrbetrieb haben wir damals 4 Tage nichts anderes gemacht, als Wildschäden zu beseitigen.
Hierbei haben wir nen Mulcher eingesetzt, hat super funktioniert, zum einen zerkleinert der Mulcher die Gras/Erdpatzen und schmeißt selbige dann auch gleich wieder in die Löcher, und die Walze hinten drückt die ganze Geschichte gleich wieder an. Gut, in puncto Verschleiß mag sich das nicht gerade positiv Auswirken, aber dagegen steht das optisch beste Ergebnis das ich in der Wildschadenbeseitigung kenne. Und dann halt entsprechend noch die Nachsaat per Schneckenkornstreuer in einem Aufwasch...

Wiesenschleppe kannst absolut vergessen. Einzige sind eben noch die angesprochenen speziell entwickelten Maschinen wie der Wiesenbüffel. Oder eben dein Verfahren, mit Kreiselegge...

Bzw. habe auch schon gehört, dass es mit ner Fräse praktiziert wird. Einebnen mag da zwar auch gut gehen, aber kann mir vorstellen dass danach nicht mehr viel von der Grasnarbe übrig ist...

19.01.2014 20:34
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ Stefan S

Danke .

Allerdings möchte ich mich zur Möglichkeit des Mulchen ein wenig äußern .

Ich sehe diese Verfahrensweise sehr kritisch sie ist extrem Verschleißtreiben und Unfallgefährlich . Gerade in Grünlandregionen findet man ja direkt unter der Graßnarbe Steine . Diese haben zwar meist die Größe von Kiesel oder Schottersteinen ,können aber bei der Kollision mit den Schlegeln zu gefährlichen Querschlägern werden .

Gerade in der Nähe zu Wohnbebauung kann es so zu Problemen kommen . Und auch die BG ist von solchen Arbeitsweisen nicht sehr begeistert.

Lg C.Landau

19.01.2014 20:40
Gäuagrarier
Sibi
Gäuboden/Bayern
14.02.2011 - #13214

56
Naja, aber man mulcht ja auch Feldränder, da kommen wohl oder übel auch immer wieder Steine in den Mulcher, solange man den Mulcher eben eingestellt hat kann ja nahezu nichts raus. Ich würde auch empfehlen, nicht zu nahe hinzugehen weil das gefährlich ist aber vom Schlepper aus ist die Gefahr denke ich nicht sehr groß. Wohngebiete sind was andres, da wäre ich auch vorsichtig.

19.01.2014 20:53
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ Gäuagrarier :

Das stimmt soweit . Aber es besteht noch ein gewaltiger Unterschied zwischen Wegrändern Mulchen und Wildschweinplaggen einplanieren . Bei den Wildschweinplaggen fährst du die ganze Zeit in der Erde . Und um so gut wie möglich zu planieren , musst du den Mulcher so tief wie nur möglich stellen .
Damit verändert sich auch der Wurfwinkel und die Querschläger und oder Steine fliegen weiter. Die Steinschlags Schutzeinrichtungen sind auf eine Arbeitshöhe von circa 6-10 cm über den Erdboden ausgelegt. Beim Wildschweinplaggen musst du unter die 7cm Arbeitshöhe gehen.
Auch der Erdboden verschleißt den Mulcher extrem und vorzeitig.

In Summe muss ich von der Arbeitsweise abraten .

Lg C.Landau

19.01.2014 21:21
Gäuagrarier
Sibi
Gäuboden/Bayern
14.02.2011 - #13214

56
Ja, ok, stimmt schon. Der Verschleiß ist auf jeden Fall extrem, und das mit den Steinen wird wohl auch so sein.

20.01.2014 22:09
Kurbelwelle
Hans
Langenthal
14.05.2009 - #6952

112
3
Noch eine Bemerkung zum Thema einebnen mit dem Mulcher: Ich mulchte letztes Jahr mit einem Kuhn Hammerschlegelmulcher eine 200er Gründüngung auf einer erst kürzlich umgebrochenen Fläche. Plötzlich erwischte ich einen Stein und der Hammer hat sich verwindet. Durch die Verwindung des Hammers bekäm die ganze Maschine eine gewaltige Unwucht und das Gerät wurde dadurch unbauchbar. Erst nach einem Wechsel des Hammers konnte ich wieder weiter mulchen.


MFG Kurbelwelle







 


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