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Bodenbearbeitungsversuch zu Rapsstoppeln




Nachdem sich bei uns im Sommer 2018 die Möglichkeit ergab auf dem Rapsfeld meines Nachbarn einen Versuch zur Bodenbearbeitung anzulegen haben wir diese Chance genutzt.
Im Folgenden habe ich die Ergebnisse/Erfahrungen zusammengefasst.

Ziel des Versuchs:
Vergleich von verschiedenen Varianten zum ersten Stoppelsturz nach der Rapsernte. Pflanzenbauliche Ziele der ersten Maßnahme sollen es sein:
- Den Ausfallraps zum keimen zu bringen ohne ihn dabei zu tief einzuarbeiten (Selektive Keimruhe)
- Gummischoten zum Aufplatzen zu bringen um auch diese Körner zum keimen anzuregen
- Grüne Stängel zu zerstören damit diese leichter verrotten
- (Phytosanitäre Feldhygiene für die Folgekultur und die Fruchtfolge)
- Kapillarität brechen (Wasser sparen)


So soll das Ergenis sein, Stoppeln zerstört und der Ausfallraps kann an der Oberfläche auflaufen


Weitere Ziele:
- Vergleich der Energieeffizienz (Verschleiß und Dieselverbrauch)
- Kosten pro ha
- Schlagkraft


Versuchsaufbau:
Winterrapsernte am 17.Juli. Stoppelbearbeitung erfolgte am 19. Juli.
Es wurden 4 Parzellen mit ca. 12m Breite angelegt.

• Material und Methoden:
- Parzelle 1: Striegel und Walze. Güttler Harroflex Striegel mit Ripperboard und Güttler Prismenwalze
- Parzelle 2: Federzahnegge. Güttler Super Maxx 50-7 Bio, 4,8 m Arbeitsbreite, 7 balkiger Leichtgrubber mit 60mm Schmalschar und einreihigen Striegel ohne Nachläufer
- Parzelle 3: Flügelschargrubber. Horsch Terano 3m mit Flügelscharen und Rollfederwalze als Nachläufer.
- Parzelle 4: Scheibenegge. Kurzscheibenegge Mandam, 560mm gezackte Scheiben, Dachringwalze









Ergebnisse in Bildern:

Die folgenden Bilder wurden 3 Wochen nach der Bearbeitung aufgenommen.


Arbeitsergebnis Flügelschargrubber


Arbeitsergebnis Kurzscheibenegge


Arbeitsergebnis Striegel und Walze


Arbeitsergebnis Federzanegge



Fazit:
Für die erste flache Bearbeitung der Rapsstoppeln eignet sich der Striegel mit Walze am besten, die Ansprüche, Gummischoten zum Platzen zu bringen, grüne Stängel zu knicken und Ausfallraps zu keimen zu bringen wurden voll erfüllt. Besonders ist darauf zu achten, dass die erste Bearbeitung nicht zu tief erfolgt, dass der Raps nicht in die selektive Keimruhe fällt, auch das erfüllt der Striegel am besten. Ähnlich gute Ergebnisse können mit einer Kurzscheibenegge erzielt werden wenn darauf geachtet wird, dass die Arbeitstiefe so flach wie möglich eingestellt wird.
Federzahnegge und Flügelschargrubber fallen für diesen Einsatzzweck aus.


Ich hoffe mein Ausführungen waren für euch interessant.
Falls noch Fragen bestehen oder Diskussionsbedarf, immer gerne :)

Gruß
Leo
Statistik
Veröffentlicht am:
30.01.2019

Aufrufe:
2.104
Gefällt-mir-Angaben:
3

Kommentare:
7

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04.02.2019 09:31
Stefan_S
Stefan
Mainleus
18.05.2008 - #4270

1.354
7
Danke Leo, top!

Sehr informativ, kurz & bündig...

Meine einzige Frage würde sich auf deine Bewertung hinsichtlich des Einflusses auf die Kapillarität beziehen: Grundsätzlich bin ich schon der Meinung bzw. davon überzeugt, dass mit einem Striegel die Kapillare unterbrochen werden können.

05.02.2019 10:19
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

950
11
Sehr interessant lieber Leo ,

allerdings muss ich hier mal die Rolle des Sheldon Coopers übernehmen und bemängeln das kein Mulcher mit an dem Versuch teil genommen hat ...Zwar ist dieses Gerät wegen der teilweise geringen Flächenleistung und hohen Dieselverbrauch sowie der entsprechenden Vorzerkleinerung für die Mikroben im Boden nicht ganz so beliebt . Trotzdem lassen sich durch angepasste Drehzahlen und Fahrgeschwindigkeiten diese Nachteile wieder ausgleichen .


Lg C.Landau



Lg C.Landau

05.02.2019 13:33
Biogaserer
leo
Neukirchen
26.12.2006 - #2309

4.652
2

Zitat:

Meine einzige Frage würde sich auf deine Bewertung hinsichtlich des Einflusses auf die Kapillarität beziehen: Grundsätzlich bin ich schon der Meinung bzw. davon überzeugt, dass mit einem Striegel die Kapillare unterbrochen werden können.


Ich denke auch das ein Striegel das Grundsätzlich kann, nur zwei Faktoren haben speziell bei dem Versuch dagegen gesprochen:
1. Der knochentrockene Boden zum Zeitpunkt der Bearbeitung
2. Die relativ flache Einstellung der Striegelzinken, da bei einer steileren Einstellung zu viel Material zusammengezogen worden wäre.



Zitat:

... bemängeln das kein Mulcher mit an dem Versuch teil genommen hat

Das ist soweit richtig Christoph, aber ehrlichgesagt habe ich an den Mulcher in dem Versuch gar nicht gedacht
Die von dir angesprochenen Punkte haben natürlich auch ihre Bedeutung.

Gruß Leo

05.02.2019 15:12
StudentUHoh
Jonas
Hohenheim
19.04.2018 - #19653

Mein einziger Kritikpunkt am Versuch wären die fehlenden Wiederholungen.
Du schreibst, dass der Striegel nicht so gut abgeschnitten hat wegen dem trockenen Boden oder der Einstellung wegen viel Ernterückständen.
Aber was wäre in einem anderen Jahr (feuchter) oder bei weniger Stroh oder einem anderer Boden...

Ich will hier jetzt keine große Diskussion lostreten oder gar die Ergebnisse in Frage stellen sondern vielmehr drauf hinweisen dass die Wiederholungen bei solchen Versuchen oft vergessen werden (oder bewusst weggelassen werden)
Um Ergebnisse (vor allem messbare) abzusichern sind immer Wiederholungen notwendig! Ein weiterer oft vergessener Aspekt wäre noch die Randomisation der Versuchsparzellen!

Trotzdem vielen vielen Dank für das Anlegen des Versuchs und vor allem für den Blog-Beitrag darüber

05.02.2019 15:57
Andreas H.
Andreas
Rietberg
06.12.2004 - #10

186
sehr interessanter Versuch. die fehlenden Wiederholungen finde ich jetzt nicht so tragisch, ich denke dass jeder einschätzen kann was er von so einem Einjährigen Versuch für sich selber nutzen kann. Für eine sichere Studie müsste da natürlich noch mehr kommen
Ich muss ehrlich sagen dass ich über das gute Ergebnis des Striegels überrascht bin. Mich wundert allerdings dass die Kosten im Vergleich zu den anderen Verfahren recht hoch sind. Hast du bei allen die gleiche Auslastung gerechnet? Das wäre für den Striegel dann wohl eher schlecht. Oft kann er ja genutzt werden, weil er für die Grünlandpflege sowieso vorhanden ist ( ich weiss, sieht bei Ackerbaubetrieben genau umgekehrt aus )

05.02.2019 18:29
Stefan_S
Stefan
Mainleus
18.05.2008 - #4270

1.354
7

Zitat:

Ich denke auch das ein Striegel das Grundsätzlich kann, nur zwei Faktoren haben speziell bei dem Versuch dagegen gesprochen:
1. Der knochentrockene Boden zum Zeitpunkt der Bearbeitung
2. Die relativ flache Einstellung der Striegelzinken, da bei einer steileren Einstellung zu viel Material zusammengezogen worden wäre.


Danke fürs Feedback!

Den ersten Punkt hatte ich fast schon vermutet.

Der 2. Punkt bestätigt mich auch mehr oder weniger, in einer Diskussion die ich neulich mit nem Freund geführt habe. Da hatte ich die Vermutung, dass das die Schwachstelle von normalen Unkraut- und letztlich auch Grünlandstriegeln ist: die Verstopfungsanfälligkeit ab nem gewissen Punkt. Denke da spielen "richtige" Strohstriegel mit mehr Durchgang ihre konstruktiven Vorteile aus. Dennoch interessant zu sehen, wo die Grenzen des Systems im konkreten liegen und bis zu welchen Punkt die Doppelnutzung des Gerätes Sinn macht...

06.02.2019 08:37
Biogaserer
leo
Neukirchen
26.12.2006 - #2309

4.652
2
Natürlich war das kein wissenschaftlicher Versuch. Wir wollen eben die verschiedenen Verfahren unter den gegebenen Bedingungen testen, mehr nicht.
Mit den Wiederholungen geben ich euch völlig recht.

Was ich allerdings festgestellt habe, ein Striegel fürs Grünland ist kein Unkraut- und auch kein Strostriegel, dafür sind die Anforderungen einfach zu unterschiedlich. Was hingegen super funktioniert, ist die Saat mit der Kombination. Egal ob Nachsaat oder Neuansaat von Ackerfutter, Luzerne oder auch Zwischenfrüchten.

Der hohe Preis des Verfahrens liegt daran, dass ich die Kosten mit einer sehr geringen Auslastung berechnet habe, jetzt wo ich den Einsatzumfang nach der ersten Saison kenne, kann ich auch den Preis für das Verfahren neu kalkulieren.

Gruß Leo







 


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