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kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089
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kälbchen | Blogs | Anbau von Sojabohnen im hessischen Ried


Artikel Hallo liebe Aie User


Wir haben dieses Jahr erstmalig , Sojabohnen angebaut. Darüber möchte ich euch im folgenden Blog berichten. Noch ein Wort zur Gestaltung und den Angaben in diesem Blog . Die Feldkultur Soja ist relativ jung, daher stehen viele Erfahrungsberichte und Eindrücke im Vordergrund die aber keinen Anspruch auf Absolutheit haben. Ich hoffe und freue mich auf einen regen Erfahrungsaustausch hier im Aie Forum zu meinem Blog und diesem Thema. Ich denke ,ich kann hierbei noch viele Erfahrungen und Tipps von euch Usern dazu noch sammeln um dieses Thema in der Praxis immer weiter zu verbessern. Achja bei dem Datumsangaben auf den Fotos , lasst euch nicht irre führen. Leider hat mir dieses jahr mal wieder eine Kamera den Dienst verweigert daher auch teilweise diese Abstrusen Datumsangaben ...
Aber fangen wir doch mal ganz vorne an, wie kommt man den überhaupt auf den Gedanken solch eine Kultur anzubauen ?

Tja als erstes werden heuer wohl vielen Berufskollegen wohl die neuen Greening Auflagen der Eu Kommission im Zusammenhang der EU Flächenprämie in den Sinn kommen als Grund für den Soja Anbau. Dann folgt aber auch gleich die Frage : Wenn wir doch eh eine Leguminose in Zukunft anbauen sollen / dürfen ,warum den dann keine Lupine , Ackerbohne oder Erbsen ?
Nun , AKTUELL , wissen wir ja alle NOCH nicht was uns in Zukunft das Greening bringen wird. Soja bietet aber unter anderem den Vorteil , dass es nicht so starke Stickstoffmengen ( etwa 20 Kg /ha ) mit ihren Knöllchen Bakterien sammelt und damit sich für Böden eignet auf denen mit einer Auswaschung des Stickstoffes gerechnet werden muss. Des weiteren ist Soja extrem robust und widerstandsfähig gegenüber anderen Feldfrüchten.
Wie brachte es letzt ein Berufskollege von mir passend auf den Punkt : " Drillen , Unkrautspritzen und Dreschen im Herbst nicht vergessen , fertig ist die Sojabohne " ..

Nun, ganz so einfach ist es am Ende doch nicht , gerade beim Pflanzenschutz müssen wir momentan noch vieles via Learning by doing lösen . Vieles läuft dabei über §18 Sondergenehmigten Pflanzenschutzmitteln aus ganz anderen Feldfruchtbereichen.

Diese Pflanzenschutzmittel aus anderen Feldfruchtbereichen bieten aber wiederum einen weiteren Vorteil der Feldkultur Soja. Somit lassen sich auch Resistenzprobleme bei Unkräutern und Ungräsern beheben.
Last but not least , vergessen wir auch nicht , das der Endverbraucher von uns Landwirten in Zukunft immer stärker verlangen wird ,das wir unsere gesamten Futtermittel selbst und gentechnikfrei Produzieren. Viele kleinere und selbst ihre Produkte vermarktende Betriebe müssen sich daher auch mit der Frage befassen ,wo in Zukunft ein vergleichbares Futtermittel wie das Importierte Soja herbekommen was nicht GVO belastet ist . In dieser Situation kann heimisches , Gentechnikfreies Soja eine Lösung sein.

So, genug Gründe für den Soja Anbau gefunden , ich komme wohl nun etwas von meinen Grundthema meines Blogs ab ,ich wollte euch ja über meine Erfahrungen im Anbau vom Soja berichten. Fangen wir beim Drillen an .

Die Saatbeetbereitung gestaltete sich dieses Frühjahr - wie vielerorts in Deutschland- als extrem schwierig es war nicht zu übersehen : Der milde Winter und der fehlende Frost im der 4. Jahreszeit machten es umso schwieriger ein ordentliches Saatbett zu generieren. Wir mussten daher nach dem Pflug im Januar und dem fehlenden Frost in Februar und März bis zur Saat insgesamt drei mal mit der Kreiselegge anrücken um ein halbwegs ordentliches Saatbett zu erreichen. Da kommen wir aber schon zum ersten Anspruch den Soja hat .
Soja benötigt ein warmes , ebenes und lockeres Saatbett. Es bietet sich dabei an , im voran gegangenen Herbst/Winter mit einen Pflug oder Grubber auf eine Tiefe von etwa 20-30 cm je nach Bodenart und Gusto des Betriebsleiter . Zur Aussaat sollte sich der Boden auf etwa 10 Grad erwärmt haben. Daher sollte vor der Aussaat eine relativ flache lockernde Bodenbearbeitung erfolgen . Sie schaltet schon ein mal den ersten Schwung der (unter Umständen) aufgelaufenen Unkräuter aus. Dieses Jahr machten dann die schwierigen Bedingungen bei der Frühjahrsbodenbearbeitung unter anderem höhere Saatstärken als üblich erforderlich...


Ja die Aussaat erfolgte bei uns am 11. April ,eigentlich recht früh für die Sojabohne . Normal werden Saattermine um den 25 April - also ähnlich wie beim Mais - angepeilt. Die Saatstärke betrug bei uns aufgrund des extrem klutigen Saatbettes etwa 85 Körner je m² . Für normal sind aber Saatstärken von 65-75 Körner je m² anzustreben. Für die etwas antiquierten Kollegen unter uns, zum Beispiel wie ich , die noch in KG /Hektar abdrehen bedeutet diese Körnerzahl in etwa 100 Kg pro Hektar.
Die Ablagetiefe sollte GLEICHMÄßIG 3 cm betragen insbesondere wenn sehr starke Mischungen von Vorauflaufherbiziden mit Clomazonen eingesetzt werden, ansonsten ist mit Pflanzenschädigungen zu rechnen.
Gedrillt hatten wir dabei die Sorte Sultana.

Was man an diesem Schlag eines Berufskollegen sehr gut sieht , ist das Soja keine Bodenverdichtungen gerade bei der Saat im Frühjahr verträgt. Hier wurde sowohl bei der Saatbeet Bereitung als auch bei der späteren Saat im Acker gedreht . Außerdem hatte das Saatbeet nicht genügend Zeit abzutrocknen . Die Folgen lassen sich nun im Juli recht gut erkennen ...
Des weiteren sollten zwischen der Saatbeet Bereitung und der Aussaat ein gewisser Zeitraum zur Abtrocknung der bearbeiteten Bodenkrumme gewählt werden. Hier folgte die Drille unmittelbar der Saatbeet Kombination ,das war nicht optimal und ergab die entsprechenden Spuren im Acker..

Achja , die Sojabohne muss ja vor dem Drillen händisch mit Rhizobien ( den Knöllchenbakterien ) geimpft werden. Dazu empfiehlt sich am besten das Mittel Histick. Eine Packung Histick reicht dabei in etwa für einen Hektar oder maximal 100 Kg Saatgut aus. Teilweise wird aber auch empfohlen diese Menge auf zwei Packungen Histick pro Hektar zu erhöhen wenn die Aussaatbedingungen nicht optimal sind. Diese Knöllchenbakterien sind aber weder UV Licht beständig ,noch vertragen sie lange Trockenheit oder Wärme . Daher muss unmittelbar nach dem Beizen oder händischen Vermischen des Mittels mit dem Saatgut das Drillen erfolgen.
Also , nicht eine, nicht zwei oder gar drei Stunden mit der Aussaat warten sonder Beizen , Drillen und das ganze etwas flott. Apropos Beizen und Vermischen / Endmischen :
Bei pneumatischen Drillsystemen besteht ja beim Trockenbeizen die Gefahr das dass Saatgut durch den Starken Gebläsestrom wieder von der Bakterien Beize wieder getrennt wird . Hier empfehlen die Spezialisten das beimischen von lauwarmen Weizen oder Malzbier damit die Trockenbeize haftet.
An dieser Stelle merkt man , das die ersten Soja Pioniere ja aus Bayern und Baden Würtenberg kommen, wo das Bier ein Grundnahrungsmittel ist.
Des weiteren muss das Soja mit bedacht in den Beiz oder Mischgerätschaften behandelt werden da es extrem Bruchempfindlich ist . Teilweise sollte man hier eher auf das schonende Händische Vermischen der Bakterien Kultur setzen um eine Saatgutbeschädigung zu verhindern.
Wie ihr euch sicherlich schon jetzt denken könnt , habe ich mich aufgrund meiner geringen Saatgutmenge für das händische Vermischen entschieden.

Nach der Saat haben wir den Acker dann noch mit einer Cambrige Walze angewalzt. Angesichts dessen , das wir im Soja zur Zeit in der Hauptsache auf Bodenwirksame Präparate im Vorauflauf setzen müssen, bietet es sich an die Wirkweise der Herbizide durch den Walz Gang wesentlich zu verbessern.
Des weiteren ist dieser Walz Gang auch dazu erforderlich um mögliche Fremdkörper wie Steine zuverlässig in den Boden zu drücken. Da wir beim Dreschen auf eine Arbeitstiefe von unter 3 cm zum Boden gehen müssen ,muss der Acker absolut eben sein nach der Saat ....

Der Pflanzenschutz im Soja ,oder besser gesagt , die Unkrautbekämpfung. Sie erfolgt bei unserer Tankmischung aus 0,3 l Cetium CS +2,0 Kg Artist +0,7 Liter Spectrum im Vorauflauf drei Tage nach der Saat. Aber Achtung:

Selbst für die Soja Profis fahren wir hier in der Region eine extrem harte und grenzwertige Tankmischung . Dazu muss aber gesagt werden ,das unsere Böden durch den sehr hohen Tonanteil einen Teil der Wirkung der Mittel einfach absorbieren. Auf leichteren Standorten ist daher Vorsicht geboten mit solch harten Mischungen ,es kann zu Pflanzenschädigungen kommen.
Die Spritzung mit dem in der Tankmischung enthaltenen Clomazone sollte spätestens drei Tage nach der Saat erfolgt sein es drohen sonst schon Pflanzenschäden egal wie hoch die Clomazone Menge ist ..
Aber beim Herbizid Einsatz zeigen sich schon die ersten Vorteile der Sojabohne : Artist ist ein Mittel mit seinen zwei Wirkstoffen Metribuzin und Flufenacet der HRAC-Gruppe C1 und K3 . ein wichtiger Baustein / Punkt im Ackerfuchsschwanz Resistenz Management.
Cetium CS hat eine gute und dauerhafte Bodenwirkung und mit Spectrum lassen sich gut Hirse Arten bekämpfen. In der Mischung unterstützen sich diese Mittel sehr gut. Es muss aber auf eine ausreichende Bodenfeuchte geachtet werden und es darf nach der Anwendung keine Starkregenereignisse geben sonst werden die auflaufenden Bohnen geschädigt.
Achja , allgemein bekannt dürften ja die Auflagen beim Einsatz von Clomazonen sein . nun da wir im Frühjahr bei Temperaturen von weit unter 25 Grad arbeiten muss hier kaum mit Abdrift bzw. Verdunstungen und damit Anwohner Belästigungen gerechnet werden . Trotzdem an dieser Stelle noch der Hinweis auf die in den jeweiligen Bundesländern geltenden Bestimmungen und Regelungen zum Clomazone Einsatz.
Auch gilt es beim Einsatz des Wirkstoffes Metribuzin auf die jeweilige Verträglichkeit der jeweiligen Soja Sorte zu achten . Es kann bei unverträglichen Sorten und / oder über Dosierungen des Wirkstoffes zu Pflanzenschädigungen kommen.

Am 12 Mai konnte dann beobachtet werden ,wie die Bohnen begannen vollständig aufzulaufen. Soja hat eine sehr zögerliche Jugendentwicklung und ist damit nicht gerade Konkurrenzfähig gegenüber Unkräuter. Daher ist ein sauberes Saatbett dringend erforderlich. Zudem hatte ein Temperatureinbruch Ende April /Anfang Mai das Auflaufen der Bohnen behindert...

Wir müssen dabei aber auch noch mal über den Wirkstoff Metribuzin in den Pflanzenschutzmittel Artist und Sencor reden . Gegen diesen Wirkstoff haben einige Sorten eine gewisse Unverträglichkeit . Daher kann es zu Wachstumsdepressionen kommen. Sehr unempfindlich gegen Metribuzin sind dabei die Soja Sorten Merlin, Turmaline und Sultana.
NIEMALS !!! Sollte allerdings Metribuzin mit Pendimethalin also Stomp SC kobiniert werden. Generell wird beim Einsatz von Stomp SC von einer " Glashalsigkeit" der Sojabohnen berichtet . Dies wirkt sich zum einem in einem Ertragsverlust aus und zum anderen kann es die Ernte behindern da die Bohnen abbrechen.
Das Mittel Harmony SX ist zwar in den Bohnen anwendbar , sollte aber auch aufgrund von Ertragsverlusten sehr sparsam( maximal 7g /ha) dosiert werden oder im Zweifel sogar nur teilflächenspezifisch ausgebracht werden .
Zur allgemeinen Gräser Bekämpfung lassen sich alle gängigen Gräsermittel die in Rüben und Raps zugelassen sind , einsetzen . Hier gilt aber auch : Weniger kann/ist mehr bevor es zu Schädigungen der Kulturpflanzen kommt .
GENERELL reagiert Soja auf jede Pflanzenschutzmaßnahme mit Herbiziden im Nachauflauf mit einen Wachstumsstopp. Daher sollte man die Nachauflauf Behandlungen im Soja auf ein Minimum begrenzen ..
Übrigens ,lassen sich im biologischen Landbau bei passender Unkrautkontrolle mit Striegel und Hackmaschine meist höhere Erträge erzielen ,wie in der konventionellen Landwirtschaft. Hier macht sich also am deutlichsten der oben angesprochene Wachstumsstopp durch die Nebenwirkungen der Herbizide bemerkbar .

Ja ,Anfang Juli konnte ich dann schon beobachten , wie sich die Blütenstände der Bohne bildeten. Noch ein Wort zum Nährstoffbedarf der Sojabohne : Stickstoff wird in der Regel nicht benötigt , diese Aufgabe übernehmen ja die Knöllchenbakterien.. Bei einem erwarteten Ertrag von 30 dt/ha sollten im Boden 40-50 Kg/ha Phosphor und 50-60 Kg/ha Kalium vorliegen. Am wichtigsten ist nun die Wasserversorgung .....

Da wir ja mit einer Vorsommertrockenheit zu kämpfen hatten, haben wir uns zu 2 Beregnungsgaben a 30 Millimeter /m² entschieden . Den höchsten Wasserbedarf hat Soja am Ende der Blüte bis zur Mitte der Kornfüllung also in unseren Falle von Anfang Juli bis Anfang August. Zu diesem Zeitpunkt lag das Soja , wie auch so viele andere Feldkulturen in diesem Jahr , schon zwei bis drei Wochen vor diesem Zeitpunkt.... Normal wäre Mitte Juli bis Mitte August..
Die Beregnung kann/soll unter unseren Bedingungen ,wo wir einen Jahresniederschlag von 450mm/m² haben , eine Ertragssteigerung von bis zu 400 % haben.
Hat man diesen Zeitpunkt überwunden ,notfalls per Beregnung , kann man entspannt auf die Ernte warten ....

Mitte Juli konnte dann die Schotenbildung in unseren Bestand und aufgrund der diesjährigen Witterung kam die Blüte gute zwei Wochen "zu früh" . Ich denke diese Verfrühung zusammen mit dem fehlenden Niederschlag ende Juli hat uns sicherlich einiges an Ertrag gekostet...
Man erkennt jetzt aber schon recht gut , wie tief das Soja seinen Schotenansatz bildet. Dies stellt uns nun im späteren Verlauf bei der Ernte , vor weitere Herausforderungen...


Kaum zu glauben ,dass die Schotenbildung so tief stattfindet , wenn man sich die Wuchshöhe Anfang August anschaut... Gut einen Meter hoch wurden die Bohnen in diesem Jahr . Und wie man schon hinten in der rechten Bildecke erkennen kann , zieht sich der Schotenansatz von Fuße bis zur Spitze der Pflanze ...
Aber nun ,begeben wir uns in Richtung Ernte..

Achja ,Mitte August hatte ich dann noch eine Pflanze aus dem Boden gezogen . gut zu erkennen ist die feine Verzweigung des Wurzelwerkes im Boden. Mir war es auch unmöglich die Bohne an einem Stück aus dem Boden zu bekommen . Sie ist einfach am Wurzelhals abgebrochen. Noch schlimmer wäre dieser Effekt , wenn ich ein Pedimethalin also Stomp Aqua eingesetzt hätte ...
Das feine Wurzelwerk zusammen mit der dauerhaften Bodenbedeckung sorgt noch ganz nebenbei für eine erstklassige Bodengare ..

Anfang September ging es dann mit riesigen Schritten in der Abreife voran . Gut zu erkennen ist , wie die Bohnen beginnen ihr Laub abzuwerfen . Dieser Vorgang des Laubverlustes dauert etwa zwei Wochen.

Aber wann ist der rechte Zeitpunkt zum Dreschen der Bohnen gekommen ?... Nun ganz einfach und ohne technische Hilfsmittel lässt sich anhand des Rasselns der einzelnen Körner in den Schoten der Druschzeitpunkt recht gut bestimmen . Dazu von oben nach unten an den einzelnen Schoten Schütteln und hören ob es Rasselt . ist dies der Fall , liegt meist immer die Druschreife vor.
Es lässt sich auch mit den üblichen Feuchte Messgeräten, wie hier auf dem Bild zu sehen , der Wassergehalt der Bohnen ermitteln . Optimal zur Ernte sind Feuchtewerte von 12 bis zu 15% .
Unter 12 % steigt die Gefahr von Bruchkorn bzw. der Bruchkornanteil extrem an . Über 15 % lässt sich die Bohne nicht mehr ohne Trocknung/ Belüftung einlagern. Also ähnliche Bedingungen wie im Getreideanbau.

In der dritten Septemberwoche war es dann soweit : Der Mähdrescher konnte Dreschen. Beim Drusch war der Durchsatz in der Maschine sowie die Abreinigung und Siebverluste niemals der Begrenzende Faktor.

Eher machte sich der Mulle, lockere Boden bemerkbar der dafür sorgt , das ab etwas 4-5 km/h die Pflanzen nicht mehr Sauber abgeschnitten wurden sondern vor den Messern umgeschoben wurden .
Einen speziellen flexiblen Sojatisch setzten wir nicht zur Ernte ein. Es wurden um möglichst nah an den Boden zu kommen andere technische Maßnahmen getroffen...

Wie ihr bestimmt schon auf dem vorigen Foto mit euren Adler Augen entdeckt habt, hat das Schneidwerk keine Ährenheber mehr montiert . Der New Holland Kenner wird auf diesen Foto sicherlich schon erkannt haben das auch der Anbaupunkt am Schrägförderer des Mähdreschers mittels einer Adapterplatte die sich in der Neigung verstellen lässt , optimiert wurde.
Der Hülsenansatz der Bohnen liegt etwa 10 cm über dem Boden dem entsprechend muss das Schneidwerk möglichst bodennah geführt werden. Dazu muss dann nicht nur -unter Umständen und Hersteller - nicht nur das Schneidwerk in seinem Anstellwinkel steiler gestellt werden sondern auch noch die Tiefeführungskufen unter dem Schneidwerk möglichst weit abgesenkt werden.
Die Maschinespezifischen Einstellungen des Dreschers zum Sojadrusch lassen sich problemlos bei allen Herstellern erfragen. Daher gebe ich hier nur die groben Anhaltswerte weiter :
-Trommel :400 U/min
-Dreschtrommel : 20-25mm vorne ,15-18 mm Hinten
-Siebe : 15-18mm beim Obersieb ; 10-12mm im Untersieb .
- Wind : 3/4 bis volle Leistung .
Genaueres ,bitte beim jeweiligen Mähdrescherhersteller erfragen es sind teilweise heftige Schwankungen im Vergleich zu diesen Angaben möglich.

Wie oben schon angesprochen , besteht ab einer Fahrgeschwindigkeit über 4 km/h die Gefahr das die Bohnen vor dem Messerbalken umschoben werden statt abgeschnitten zu werden. Gut zu erkennen ist, wie der Mähdrescherfahrer diesem Effekt durch den Haspeleinsatz entgegen wirken muss. Aber keine Angst : Die einzelnen Körner sitzen so fest in den Schoten bzw. die Schoten sind so Stabil ,das sie nicht durch den Haspeleinsatz aufplatzen können..
Es kann aber passieren , das sich die Bohnen um die Drescherhaspel hängen oder Wickeln . Hier empfiehlt es sich dann einen Schutz aus aufgeschnittenen HT Rohren am Zinkenträgern der Haspelzinken anzubringen.


Hier noch einmal ein Bild das zeigt , wie tief das Schneidwerk am Mähdrescher zur Ernte runter muss um alle Schoten zu erwischen. Darin liegt auch die größte Gefahr des Sojadrusches :
Egal ob Steine , Unrat oder Müll kurz vor der Ackerkrumme wandert das alles im Ernstfall mit durch den Mähdrescher. Dies sollten sich ALLE Landwirte und Lohnunternehmer im klaren sein ....
Daher muss der Landwirt seine Acker nach der Saat unbedingt walzen . Verlorene Maschineteile bei der Saat oder Bodenbearbeitung ( Zinken , Schare ) sollten gesucht und gefunden werden um schwere Schäden am Schneidwerk und der Dreschtrommel zu verhindern .
Auf sehr steinigen Standorten kann daher kein Soja angebaut werden . Die Gefahr von Maschineschäden oder die Druschverluste durch nicht geerntete Schoten wäre zu hoch.
Wer kann , sollte für den Drusch ein möglichst schmales Schneidwerk an seinen Drescher hängen das sich somit besser an Bodenunebenheiten anpassen und überwinden kann.

Aber auf unseren steinfreien Böden machte der Drescher eine saubere verlustarme Arbeit. Aber deutlich ist zu sehen :
Der Drescher erwischt nicht ALLE Schoten trotz das er faktisch fast schon im Erdboden mit dem Schneidwerk herum Mäht.....
Aus technischer Sicht reizen wir ja in Mitteleuropa bei weitem bei der Schneidwerkstechnik noch nicht alle Möglichkeiten aus . Claas, John Deere , New Holland und viele andere Hersteller bieten auch in Mitteleuropa spezielle flexible Schneidwerke für den Sojadrusch an. Allerdings muss hier im Einzelfall vor einer möglichen Anschaffung eines solchen Tisches entschieden werden, ob die eventuell mögliche Ertragssteigerung, die Zusatzkosten in Anschaffung und Unterhalt diese Zusatzausrüstung rechtfertigen.
Da das Soja aber von oben nach unten abreift und meistens dann diese tief sitzenden Schoten unter unseren kühlen Klima Bedingungen gar nicht richtig abreifen können bleibt dann sowieso die Frage im Raum ,ob es überhaupt dann noch Sinn macht ,diese Schoten mit
" Gewalt " dreschen zu wollen...

Ganz nebenbei gibt der Drusch auch die Möglichkeit der Beimpfung der Bohnen mit Knöllchenbakterien und deren Erfolg zu begutachten. Gut erkennt man die roten Knöllchen die sich an der Wurzel der Bohnen gebildet haben. Wenn man diese Knöllchen mit den Finger zerdrückt läuft ein Blutroter Saft aus . Also bitte nicht erschrecken all die Kollegen die kein Blut sehen können...

So sieht dann das fertige Druschergebnis aus dem Korntank aus. Wir konnten dieses Jahr gut 3 Tonnen vom Hektar ernten. Jetzt werden viele die unausgedroschenen Schoten auf diesem Bild bemängeln.
Das ist genau der Punkt auf den ich beim Thema Flexschneidwerk angespielt habe.. Wenn wir es sowieso nicht unter unseren relativ kühlen Bedingungen eine 100%ige Totreife hinbekommen ,warum sollten wir uns dann noch bemühen diese Feuchten und schlecht aus zu dreschenden Schoten zu erreichen ?....
Streitfall Vorerntesikation :

Es kann unter bestimmten Umständen notwendig werden ,das die Bohnen mittels Totalherbiziden zur Abreife gebracht werden. Wie bekannt sein dürfte will man diese Vorerntesikation seitens des Gesetzgebers berechtigter Weise verbieten. Zur Zeit lassen sich nach Rücksprache mit dem jeweiligen Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes alle gängigen Mittel zur Vorerntesikation in der Sojabohne einsetzen.
Zwingend Notwendig ist das Abspritzen NICHT , es kann aber bei stark Verunkrauteten Beständen notwendig werden.

Beim Abtanken bzw. der Ausnutzung des Korntankvolumens gibt es auch einiges zu beachten. Nach Möglichkeit sollte der Fahrer vorzeitig abtanken bevor der Korntank über die Befüllschnecke hinaus mit Körnern bedeckt ist.
Sonst muss mit der übermäßigen Bildung von Bruchkorn gerechnet werden. Sollte man mit zu viel grünen Pflanzenteilen und Samen beim Drusch zu kämpfen haben , so lässt sich von der Firma Taifun ein sogenannter Lochabschnitt an der Abtankschnecke nachrüsten dieser Scheidet dann durch sein Lochsieb bei Abtanken schon vorab die Grünen Pflanzenteile ab .

So ,jetzt haben wir das Soja angebaut , geerntet und gelagert . Wie können wir es nun im Betrieb weiter verwenden ?...
Nun , hier haben alle Rinderhalter einen gewissen Vorteil ....

Wie allgemein bekannt sein dürfte , stellen die Trypsininhibitoren das größte Problem beim Einsatz in der Tierfütterung dar.
Vielerorts ist ja gar nicht bekannt , das Soja ja mal eine Giftpflanze war ( allerdings vor zig hunderten von Jahren als das thermische Zerstören der Tripsinihibitoren noch nicht bekannt war) .
Daher muss das Soja vor der Verfütterung an Schweine , Hühner und anderes Geflügel getoastet werden. Dazu später mehr.
Einzig in der Rinderfütterung lassen sich die Bohnen bis zu einem Gewichtsanteil von 5% ohne das Toasten beimischen. Bei uns bedeutet dies , bei einer Futtermenge von 6 Tonnen Schrot alle 6 Wochen genau 300 Kg. Es sollte aber klar sein ,das sich ohne das Toasten und entölen nicht die komplette Energie der Bohnen nutzen lässt .
Des weiteren neigen die Bohnen beim Quetschen wie wir es machen lassen dazu , die Siebe und Rohrleitungen der Futtermühle aufgrund ihres hohen Ölanteil zu verstopfen. Daher lässt sich die Bohne am Besten in Mischung von trockenem Getreide vorzugsweise Futtergerste schroten. Die Gerste mit ihren Spelzen "putzt " dabei die Siebe und Rohrleitung der Schrotmühle. Mittlerweile füttern wir die erste Mischung mit den gequetschten Bohnen seit gut sechs Wochen und können nicht feststellen das die Bohnen gequetscht und geschrotet dazu neigen ,ranzig zu werden.
Dies kann aber passieren wenn der Schrot länger als 4 Wochen gelagert wird und der Anteil der Bohnen höher als 5% ist . Das gilt es zu beachten.
Schimmel stellt für uns zur Zeit kein Problem dar , kann aber eines werden sollten die Bohnen zu feucht gedroschen und gelagert worden sein.

Wer jetzt keine Rinder und Kühe hat ,aber trotzdem sein selbst angebautes Soja nutzen will , der muss es Toasten lassen.
Hier das mobile Gespann eines Baden Württenbergischen Lohnunternehmen das diesen Auftrag bei uns in der Region übernommen hat. Es handelt sich hierbei um eine Heißluftbehandlung.
Die Leistung dieses Toasters liegt bei 2-2,5 Tonnen und kostet pro Tonne 110 ¤.
110 ¤ pro Tonne , das ist natürlich eine Hausnummer ! Aber in Zukunft wird wohl die technische Entwicklung so weit voran schreiten ,das sich die Kosten auf 30-40¤ /Tonne reduzieren lassen . Diese Maschinen sind zur Zeit allerdings noch alles Eigenentwicklungen der jeweiligen Landwirte und Lohnunternehmer.


Aber am wichtigsten ist für den Landwirt natürlich die Frage , was bleibt am Ende unter dem Strich übrig ?... Ich denke ,da passt diese Bild recht gut.
Zunächst hatte ich überlegt meine innerbetriebliche Kalkulation hier mit einfließen zu lassen. Dabei habe ich aber gemerkt ,dass dieses Jahr die Bedingungen so speziell in unsere Region waren ( der fehlende Frost mit der extrem aufwändigen Saatbeetbereitung , die extreme Vorsommertrockenheit ) das ich meine Kalkulation nicht so als Maßstab nehmen kann .
Daher habe ich nun ein "virtuelles Jahr 2014 " Konstruiert .
Beim Ertrag nehme ich allerdings mein Ergebnis von diesem Jahr mit 3 Tonnen pro Hektar.
Momentan lassen sich etwa 400 ¤ / Tonne für die geernteten Bohnen erlösen. Im Bioanbau reicht die Spanne von 600¤/Tonne ( Futtermittel) bis zu 1000¤/Tonne ( Lebensmittelproduktion) .

Roherlös : 1200¤ /ha
-Pflügen: 130¤/ha
- Kreiselegge: 60¤/ha
-Drillkombi: 84¤/ha
- Walzen 20¤/ha
-Saatgut : 240¤/ha
-Impfung : 25 ¤/ha
- Pflanzenschutz 154¤/ha
- Dreschen 130¤/ha
- Toasten* 330¤/ha

Gewinn* : 27¤/ha
Gewinn : 357¤/ha

Also nimmt man nun alle Kosten pro Hektar mit in die Kalkulation hinein , bleiben dem Landwirt am Ende ein Erlös von 27¤ /ha die er bekommt wenn er die Bohnen selbst toastet ( die mit * gekennzeichneten Punkte der Kalkulation) und in seinen Betrieb vorzugsweise verwertet bzw. 357¤ wenn er die Bohnen ungetoastet vermarkten kann .
Die Vermarktung der Sojabohne stellt aber heute noch ein Problem dar , der Markt und die Mengen sind noch zu klein für eine flächendeckende Vermarktung der Bohnen . Trotzdem werden schon heute und gerade im biologischen Bereich , schon Vertragsanbauer gesucht.
Hier hilft es nur , sich selbst auf die Suche nach Abnehmern und Vermarktern der Sojabohnen zu machen.
Für all diejenigen die noch selbst Vieh im Stall stehen haben und somit zugekauftes Eiweißfuttermittel einsparen können ,ist die Situation natürlich viel einfacher, sofern sie das Toasten bewerkstelligen können.

Nun , nach 19 Seiten , etlichen Bildern wird es Zeit ,ein Fazit zu ziehen . Was kann die Bohne und wo liegen ihre Schwächen ?

Vorteile:

+ Einfach im Anbau und Pflanzenschutz
+ Benötigt wenig Pflege
+Sammelt Stickstoff etwa , 15 Kg /ha
+Hinterlässt einen Mullen ,lockeren Boden
+ Ermöglicht den Wechsel der Wirkstoffklassen bei Gräserresistenzen
+ Lockert die Fruchtfolge auf
+Hinterlässt einen lockeren ,mullen Boden.
+ Entzerrt Erntefenster
+ Kann Importiertes Soja ersetzen
+ Ist als Greening Maßnahme wohl erlaubt
+ Kann als Imagepflege dienen, bei Direktvermarktern

Nachteile :

- Benötigt Steinfreie Böden
- Vermarktungsmöglichkeiten unter Umständen noch offen
- Empfindlich im Pflanzenschutz und gegen Tankmischungen sowie Anwendungs- Zeitpunkten

- Unter Umständen schwierig Verlustfrei zu Ernten.
- Räumt spät im Jahr
- gefährdet für Spätverunkrautungen ..
- Benötigt außer bei Bullen ,Rindern und Milchvieh eine spezielle Aufbereitung vor der Verfütterung (Toasten ) .

Nun ,liebe Aie Kollegen, es liegt jetzt an euch ,nach lesen meines Blogges eine Entscheidung für euch zu treffen ,ob sich der Anbau der Sojabohnen lohnt.
Ich bedanke mich an dieser Stelle auf alle Fälle für eure Aufmerksamkeit und freue mich schon auf eine rege Diskussion und Erfahrungsaustausch zu diesem Thema unter diesem Blog.


Mit freundlichen Grüßen


Christoph Landau

Staatlich geprüfter Gartenbautechniker

Bilder , Text :
Landwirtschaftsbetrieb
Christoph und Günter Landau
Hintergasse 4
64521 Wallerstädten
email : landau-christoph@gmx.de
Mobil : 0151 24284153
Statistik
Veröffentlicht am:
30.11.2014

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Kommentare:
11

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01.12.2014 14:07
hawibau
Dennis
Stewwert
21.10.2007 - #3457

5.448
6
Riiiichtig guter Artikel von dir Kälbchen !!!

01.12.2014 14:23
Biogaserer
leo
Neukirchen
26.12.2006 - #2309

4.007
1
Vielen Dank für den sehr aufschlussreichen Artikel Christoph

Wirst du weiterhin auf die Sojabohne in deiner Fruchtfolge setzten?

Wie viel Hektar Soja wird bei dir in der Gegend angebaut?

Gruß Leo

01.12.2014 16:50
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
Abend Männer.

Jan ,danke für das Lob .

Leo , wir werden in Zukunft bei der Sojabohne bleiben. Eine Zwischenbegrünung oder gar eine Stilllegung von Ackerflächen zur Erfüllung der Greening Auflagen kommt für uns überhaupt nicht in Frage !.....

Des weiteren bietet mir eben das Soja mit der aktuell gespritzten Tankmischung den Vorteil , das ich einen effektiven Wirkstoffwechsel bei der Ackerfuchsschwanz Bekämpfung habe.

Last but not least , kann ich ja das Soja im eigenen Stall verwerten als Eiweisfutter...

Lg C.Landau

01.12.2014 22:39
Gäuagrarier
Sibi
Gäuboden/Bayern
14.02.2011 - #13214

56
Sehr interessant! Danke für diesen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht!
Kannst du etwas dazu sagen, ob Feldhasen einem Probleme bereiten? Ich habe gehört, wenn die auf den Geschmack kommen, sollen die das richtig abgrasen.

02.12.2014 12:08
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ Gäuagrarier :

Massiv Probleme hatten wir nicht mit den Feldhasen . Lag dann aber auch daran , das unser Jäger und die Füchse sich an dem Schlag auf die Lauer gelegt hatten .

Wer keinen Jäger oder Fuchs hat , der kann da ein Problem bekommen .........

Lg c.landau

11.12.2014 23:18
HarmsBauer
Peter
Störmede im Osten Westfalens
31.05.2006 - #1220

Schöner interessanter Beitrag

Aus eigener Erfahrung kann ich durchaus sagen, das die Sojabohne eine interessante Pflanze ist.
Ich habe letztes Jahr bei uns in Süd-Ost-Westfalen, wenn auch nur im kleinen Rahmen im Garten, entgegen einiger Skeptiker Soja angebaut. Und siehe da, auch am Rand der Soester Börde wachsen die Sojabohnen.
Bleibt abzuwarten, ob und was sich grade im Bezug auf Greening daraus noch entwickeln wird.

Schöne Grüße

17.12.2014 19:29
Mettbrötchen
Christian
LK Vechta
15.08.2011 - #14352

168
Sehr informativer Bericht.

19.12.2014 08:02
Laderach
Markus
General Diaz
17.12.2014 - #18613

Lieber Sojapflanzer!
Zuerst moechte ich mich kurz vorstellen, mein Name ist Markus, bin Schweizer und lebe seit 22 Jahren in Paraguay. Ich bin Sojabauer und pflanze 120 ha Soja an. Dies mache ich abwechselnd im Sommer Soja und im Winter Koernermais. Ich arbeite zu 100% im No-Till verfahren.
So wie ich die Bilder beurteile, kann man noch einiges verbessern:
1) Ich wuerde auf das Ackern verzichten und No-Till waehlen, euer Boden ist ziemlich Tonhaltig (3 x Kreiselegge). Bei zu intensiver Bodenbearbeitung verschlemmt der Boden bei Regen zu sehr und kann zu Staunaesse fuehren und bei trockener Witterung nach der Saat zu einer Krustenbildung fuehren was sehr schlecht zum auflaufen ist.Soja gedeiht gut auf abgasetzten Boden.
2) Verwende ein Einzelkornsaehmaschine No-Till mit Quilotine, Meisel kobiniert fuer Fussduengung, Einzelkornablage und Rollen zum andruecken des Saatgutes.
3) Saatgutmenge: Mit 850000 Koerner pro ha ist die Dichte zu hoch, je nach Sorte bildet die Pflanze Aeste, das heisst mit 250000- 260000 Pflanzen pro ha reicht aus. Ich pflanze in einem Reihenabstand von 45cm etwa 12-14 Koerner pro Meter, so dass ich beim Auflaufen 10-12 gesunde und starke Pflanzen habe. Bei Sorten mit nur einem Haupttrieb kann die Saatgutmenge etwa 16-18 Koerner pro Meter sein, Pflanzenbestand 350000-370000.
4) Wichtig ist, dass die Saattiefe gleichmaessig ist, das bewirkt ein homogenes Auflaufen, was wiederum ein gleichmaesiges abreifen bewirkt.
5) Aufgepasst bei Herbizd Einsatz, Soja ist sensibel auf Bodenherbizide und es sollten keine Herbizide mehr bei Bluete eingestzt werden. Beim Einsatz von Herbiziden sollte unbedingt etwas Mangan zugegeben werden. Wahrend der Bluetezeit eine Blattduengung von Kalzium und Bor, spater bei der Kornfuellung eine Kali Blattduengung.
6) Unbedingt achtgeben auf Pilzkrankheiten, Soja braucht warmes feuchtes Wetter.
das sind mal einige kurze Tipps
Gruss Markus

19.12.2014 21:29
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ Laderach :

WUNDERBAR ! Ein Profi aus einer der großen Sojaanbauregionen wertet die Diskussion um meinen Blog mit praktischen Tipps auf ...

So habe ich mir das gewünscht

Ich muss aber dir einige Fragen zu deinen Ausführungen stellen :

1. Baust du dort konventionelle oder genetisch veränderte Bohnen an ?
2. Weißt du zufällig , ob die von dir aufgeführte Drilltechnik hier in Deutschland oder Europa überhaupt verfügbar ist ?..
3. Welche Herbizid Wirkstoffe setzt ihr im Soja ein ?
4. Welche Witterungsverhältnisse habt ihr dort ?

Ich bräuchte noch diese Angaben ,damit ich deine Aussagen für unseren mitteleuropäischen Bereich einordnen kann .


Lg C.Landau

22.12.2014 00:35
Laderach
Markus
General Diaz
17.12.2014 - #18613

In unserer Region wird haupsaechlich Gen-Soja gepflanzt, das erleichtert in einem begrenzten Bereich die Unkrautbekaempfung, aber der Hauptgrund ist die Sorten entwicklung bei Gensoja ist viel weiter und so koennen heute Ertraege bis zu 5000kg/ha erreicht werden, das heisst ein wirtschaftlicher Grund.
Zur Drilltechnik: Kuhn und Semeato (heute New Holland und Case) aber auch John Deere.
Wir haben ein Subtropisches Klima mit etwa 2000mm Jahresniederschlag, Temperaturen im Sommer bis zu 40 Grad und in Kalten Winternaechten kann es zu leicten Froste kommen. Darum bauen wir im Fruhling-Sommer Soja an und im Herbst bis Winter Mais oder Weizen.
Zu den Herbiziden werde ich spater etwas schreiben. Mich findest du auf Facebook wo du einige fotos vom Drillen findest.
Gruss und schoene Weihnachten

22.12.2014 23:22
kälbchen
christoph
64521 Wallerstädten
21.02.2010 - #10089

543
11
@ Laderach :

DA ! Haben mir es schon :

1. Wir haben im Ried gute 450 mm Jahresniederschlag
2. Kein Gen Soja ,somit sind wir ziemlich auf die Vorauflauf Spritzung angewiesen .
3. Mitteleuropäisches Kontinental Klima also ne ganze Ecke kälter als ihr .

Nun 5 Tonnen je Hektar das ist für uns in Deutschland mal ne ANSAGE ! .... Des weiteren muss ich bei unseren verfügbaren Sorten DRINGENST vor unnötigen PSM Maßnahmen im Nach Auflauf warnen . Es gibt zum Teil Sorten , die Reagieren sogar zum Teil empfindlich auf eine Insektizid Behandlung .

Ansonsten haben wir mit Pilzen und Schädlingen kaum zu kämpfen , Soja ist in Deutschland ja noch solch eine Nische , da gibt es noch keine Probleme .

Lg C.Landau







 


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